Social-Media-Agentur wechseln: Wann es sich lohnt und wie die Übergabe klappt
Der Kanal läuft, aber er bringt nichts. Oder er läuft kaum noch, weil von der Agentur seit Wochen wenig kommt. Ein Wechsel kann dann richtig sein, wenn du vorher sicherst, was dir gehört, und die Übergabe so planst, dass dein Kanal nicht verstummt.
Wann sich ein Wechsel lohnt
Nicht jede schwache Phase ist ein Grund zu kündigen. Reichweite schwankt, und manche Formate brauchen ein paar Anläufe. Ein Wechsel lohnt sich, wenn das Problem in der Zusammenarbeit liegt und nicht im Algorithmus: Die Agentur lernt nicht dazu, liefert nicht zuverlässig oder passt nicht mehr zu deinem Ziel.
Das passiert auch ohne Streit. Wer mit Grafiken gestartet ist und jetzt Videos aus dem Betrieb braucht, oder wer statt Reichweite plötzlich Bewerber sucht, braucht vielleicht ein anderes Team.
Gib der Agentur vorher eine echte Chance: ein Gespräch mit konkreten Punkten und eine Frist von einigen Wochen. Ändert sich danach nichts, fällt die Entscheidung leichter.
Warnsignale im laufenden Betrieb
Einzelne Ausrutscher passieren. Treffen mehrere dieser Punkte über Monate zu, steckt ein Muster dahinter:
- Stillstand bei den Formaten: seit Monaten dieselben Beitragsarten, nichts wird getestet, nichts fliegt raus.
- Du lieferst die Ideen: Themen, Drehtermine und Texte kommen von dir, die Agentur setzt nur noch um.
- Beiträge auf den letzten Drücker: Freigaben kommen am Abend vor der Veröffentlichung, Korrekturen bleiben liegen.
- Nachrichten versanden: Kommentare und Direktnachrichten bleiben tagelang unbeantwortet, Anfragen gehen verloren.
- Zahlen ohne Folgen: Der Report kommt, aber im nächsten Monat ändert sich nichts.
- Lange Antwortzeiten: Rückmeldungen dauern Tage, auch bei dringenden Themen.
Vor der Kündigung: Das musst du sichern
Geh diese Liste Punkt für Punkt durch und halte fest, was erledigt ist:
- Zugänge zu den Kanälen: Du bist Admin auf Instagram, Facebook, TikTok und LinkedIn, mit deiner eigenen E-Mail-Adresse und deiner Telefonnummer für die Zwei-Faktor-Anmeldung. Die Agentur hat nur Partner- oder Mitarbeiterzugriff, den du selbst entfernen kannst.
- Business-Manager und Werbekonto: Werbekonto, Pixel und Zahlungsmethode liegen in deinem Meta Business-Manager. Gehört das Werbekonto der Agentur, bleiben Kampagnenhistorie und Zielgruppen im schlimmsten Fall dort.
- Rohmaterial und fertige Dateien: Lass dir Videos, bearbeitete Fotos und, falls vereinbart, die Rohdaten übergeben, per Festplatte oder Download-Link mit klarer Frist. Speicher werden nach Projektende oft aufgeräumt.
- Nutzungsrechte: Prüf im Vertrag, ob du die Inhalte nach dem Ende weiter nutzen darfst, auch in Anzeigen, auf der Website und im Druck. Fehlt eine Regelung, klär sie jetzt.
- Laufende Planung: Redaktionsplan, Caption-Vorlagen, Hashtag-Listen, Schriften und Farbwerte.
- Zahlen: Exportiere Statistiken und Reports der letzten zwölf Monate. Die neue Agentur braucht sie als Ausgangspunkt.
- Fristen: Kündigungsfrist und Vertragsende nachlesen und von dort aus rückwärts planen.
Übergabe ohne Funkstille
Das größte Risiko beim Wechsel ist eine Lücke von mehreren Wochen, in der nichts erscheint. Mit diesem Ablauf vermeidest du sie. Wie du die neue Agentur auswählst und welche Fragen vor dem Vertrag wichtig sind, steht im Ratgeber Social-Media-Agentur beauftragen.
- Neue Agentur zuerst: Gespräche führen, Angebot prüfen und einen Starttermin festlegen, bevor du kündigst.
- Stichtag: ein Datum, an dem die alte Agentur ihren letzten Beitrag veröffentlicht und die neue übernimmt.
- Überschneidung: Die neue Agentur dreht schon, während die alte noch postet. So liegt am Stichtag fertiger Content bereit.
- Puffer: Lass dir Beiträge übergeben, die schon produziert, aber noch nicht online sind. Sie überbrücken die ersten Wochen.
- Zugänge umstellen: Am Stichtag die alte Agentur entfernen, die neue als Partner hinzufügen und alle Passwörter ändern, die geteilt wurden.
- Community abdecken: Kläre, wer in der Übergangszeit Kommentare und Nachrichten beantwortet.
Die ersten 30 Tage mit der neuen Agentur
Ein guter Start folgt einem festen Plan. So sieht der erste Monat bei uns aus, von der Kanal-Analyse bis zum ersten veröffentlichten Beitrag. Rekorde solltest du in diesen Wochen nicht erwarten: Der erste Monat legt das Fundament, belastbare Vergleichswerte liefert erst der Report danach.
- Tag 1: kostenlose Kanal-Analyse. Wir schauen gemeinsam, was bisher funktioniert hat, was fehlt und wohin der Kanal soll.
- Woche 1: Strategie und Angebot. Du bekommst einen Plan mit Formaten, Frequenz und den ersten Themen.
- Woche 2 bis 3: erster Produktionstag. Wir drehen bei dir vor Ort, vorbereiten musst du nichts außer Zeit.
- Woche 3 bis 4: Freigabe. Du siehst jeden Beitrag mit Video, Text und Termin, bevor er online geht.
- Ab Woche 4: Veröffentlichung im festen Rhythmus und Community-Management, nach dem ersten vollen Monat folgt der Report.
Wie wir bei Webgoyo übernehmen
Die Punkte von oben regeln wir bei Webgoyo von Anfang an: Werbekonto, Pixel und Conversions-API laufen in deinem Business-Manager, nicht in unserem. Du behältst Zugriff, Daten und Historie, auch falls wir eines Tages nicht mehr zusammenarbeiten. Fertige Videos und Fotos gehören dir ohne zeitliche oder räumliche Grenze, Rohmaterial geben wir auf Wunsch heraus.
Du hast zwei feste Ansprechpartner, Jonas und Tamino. Nach der Mindestlaufzeit von sechs Monaten ist die Social-Media-Betreuung monatlich kündbar. Wie ein Kanal aussieht, den wir Monat für Monat füllen, zeigt die Fallstudie Atlas Air Service: laufende Betreuung seit 2024, gedreht im Hangar in Bremen.
Häufige Fragen
Kann ich vor Ende der Mindestlaufzeit wechseln?
Nur, wenn der Vertrag das vorsieht oder die Agentur zustimmt. Oft ist eine einvernehmliche Aufhebung der schnellste Weg. Bei schweren Vertragsverletzungen kann eine außerordentliche Kündigung möglich sein. Das lässt du am besten rechtlich prüfen.
Verliere ich durch den Wechsel Reichweite?
Nicht durch den Wechsel selbst. Reichweite sinkt, wenn der Kanal wochenlang still ist oder Stil und Rhythmus abrupt kippen. Im besten Fall merken deine Follower den Wechsel nur an besseren Beiträgen.
Was tun, wenn die alte Agentur Zugänge nicht herausgibt?
Fordere sie schriftlich und mit Frist auf. Hilft das nicht, wende dich an den Support der Plattform. Dafür brauchst du Nachweise, dass das Unternehmen dir gehört, etwa eine Gewerbeanmeldung oder eine E-Mail-Adresse deiner Domain. Rechne damit, dass das dauert.
Darf die alte Agentur meine Inhalte als Referenz zeigen?
Das regelt euer Vertrag. Steht dort nichts dazu, frag nach. Willst du nicht im Portfolio der alten Agentur auftauchen, halte das bei der Kündigung schriftlich fest.
Überlegst du zu wechseln?
Wir sehen uns deinen Kanal vorher an und sagen dir in der kostenlosen Kanal-Analyse ehrlich, ob ein Wechsel etwas bringt oder ob Nachschärfen reicht.
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